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Aktuelle Informationen aus der Gemeinde Reinsberg, April 2018

Ein Hilferuf unserer Feuerwehren

Sehr geehrte Einwohner unserer Ortsteile,

in der Gemeinderatssitzung März standen neben den wichtigen Entscheidungen zum Eigenheimstandort in Dittmannsdorf und dem Breitbandausbau in der Gemeinde die Sorgen und Herausforderungen unserer fünf Ortsfeuerwehren im Mittelpunkt unserer Beratungen. Der Gemeindewehrleiter Kamerad Hauptbrandmeister Falk Lucius legte auf der Grundlage der Jahreshauptversammlungen der Ortsfeuerwehren ihren Bericht zur Arbeit im Jahr 2017 den Gemeinderäten vor.

Auch in den zurückliegenden Monaten des letzten Jahres haben unsere Kameradinnen und Kameraden ihre Aufgaben in dem für uns so wichtigen Ehrenamt beispielhaft erfüllt. So wurden zusammengefasst von allen Ortswehren 42 Einsätze absolviert, 10 Einsätze wurden von Bränden verursacht, 21 Einsätze machten technische Hilfeleistungen und sonstige Anforderungen notwendig und leider rückten 11 Mal unsere Ortsfeuerwehren zu Fehlalarmierungen aus. Diese Fehlalarmierungen unserer Ortsfeuerwehren brachten erhebliche, nächtliche Zusatzbelastungen. In zwei Jahreshauptversammlungen wurde dies auch heftig kritisiert. Hier soll nun ein Gespräch mit dem Eigentümer der Brandmeldeanlage geführt werden. Die technischen Hilfeleistungen stehen zunehmend im Mittelpunkt des Einsatzgeschehens. Dabei waren wohl die zwei schweren Verkehrsunfälle des Vorjahres, leider zum Teil mit Todesfolge, für unsere Einsatzkräfte die größte Herausforderung.

Um die Anforderungen im Alarmierungsfall zu bewerkstelligen, macht sich immer wieder eine gute Ausbildung notwendig. So haben 11 Kameraden Ausbildungen an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule und auf Kreisebene absolviert. In Summe wurden von unseren Kameradinnen und Kameraden 4.046 Stunden Ausbildung außerhalb und innerhalb des Dienstplanes absolviert. Dafür vom Gemeinderat und Bürgermeister nochmals ein herzliches Dankeschön für den Dienst an unserer Heimat.

Nun aber zu den sogenannten „Baustellen“ unseres Feuerwehrwesens der Gemeinde. Auch wenn die Mannschaftsstärke von 115 aktiven Kameradinnen und Kameraden es nicht sofort erkennen lässt, haben wir doch deutliche Nachwuchssorgen. In den Ortsfeuerwehren Bieberstein/Burkersdorf, Hirschfeld und Reinsberg wurde in den Jahreshauptversammlungen die Gemeinde um Hilfe bei der Nachwuchsgewinnung gebeten. Teilweise jahrelange eigene Anstrengungen der Ortswehren brachten bisher nur kleine Fortschritte. Bevorstehende Altersabgänge werden hier uns zusätzlich unter Druck setzen, wenn wir die Einsatzbereitschaft vor Ort nicht gefährden wollen. Der Gemeinderat wird sich dazu in den nächsten Monaten intensiv Gedanken machen müssen und noch 2018 Maßnahmen einleiten. Hier ist aber auch unsere Einwohnerschaft in den Ortschaften gefragt. Örtliche Feuerwehren sind ein ganz besonderes Stück Heimat, dies darf nicht aus Gleichgültigkeit aufs Spiel gesetzt werden.

Eine weitere Voraussetzung der Zukunftssicherung unserer Feuerwehren stellt die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes dar. Schon in der nächsten Gemeinderatssitzung soll diese Fortschreibung verabschiedet werden. Ersatzbeschaffungen von Löschfahrzeugen, Umbauten an Gerätehäusern, Schaffung von Löschwasserreserven, Verbesserung der Einsatztechnik und der persönlichen Schutzausrüstung, aber auch die Stärkung der Einsatzkräfte sind Inhalt dieser Planung. Die Ortswehrleitungen und die Gemeindewehrleitung bitten hier die Gemeinderäte um hinreichende Unterstützung, wenn der Gemeinderat den einsatzfähigen Bestand der fünf Ortsfeuerwehren garantieren will, um allen Anforderungen aus den Ortsteilen und der Bevölkerung gerecht zu werden. Dies wird Auswirkungen auf dem Gemeindehaushalt haben. Investitionen ins Feuerlöschwesen werden noch mehr als bisher Vorrang gegenüber sogenannten freiwilligen Aufgaben haben. Der Gemeinderat ließ in der Sitzung keinen Zweifel aufkommen, fest zu seinen Feuerwehren zu stehen, dazu ist aber auch die Mitwirkung der Einwohnerschaft besonders der jüngeren Generationen dringend notwendig.

Nach längerer Bearbeitungszeit hat nun endlich der Gemeinderat den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 5 Bahnhofstraße-Ost Dittmannsdorf gefasst. Für zwei junge Familien soll nun die Errichtung von zwei Eigenheimen möglich werden. Eine deutlich größere Tragweite hat der Beschluss des Gemeinderates zum Breitbandausbau. Abweichend von der bisherigen Zielstellung im Rahmen des geförderten Breitbandausbaus soll nunmehr jedes Gebäude mit einem Glasfaseranschluss versehen werden um somit die Ausbautechnologie FTTB anzustreben. Diese Entscheidung der Gemeinderäte wurde besonders von den Hinweisen des Breitbandkompetenzzentrums Sachsen angeregt, stellt aber auch nur eine Zielorientierung dar. Denn bis heute liegt noch keine verbindliche Regelung zur Kompensation der Kostendifferenz zur nun angestrebten Ausbautechnologie vor. Lediglich die Absichtserklärung der Regierungskoalition in Dresden zur Übernahme des Eigenanteils für die Kommunen in Sachsen liegt vor. Die Zielrichtung hat der Gemeinderat mit der Beschlussfassung jetzt vorgegeben. Nun warten wir auf die verbindlichen Antworten zur Finanzierung durch Landes- und Bundesregierung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Bürgermeister

Bernd Hubricht

 




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Reinsberg, 04/2018